Para-Sportschießen

Parasport im Sportschießen ermöglicht Menschen mit Behinderungen, auf höchstem Niveau zu konkurrieren und ihre Fähigkeiten im Schießen zu präsentieren. Der Sport ist in verschiedene Disziplinen unterteilt und wird sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene organisiert.

Disziplinen im Para Sportschießen

  1. Luftgewehr: Bei den Einzelwettkämpfen werden sowohl stehende als auch liegende Positionen genutzt.
  2. Luftpistole: Athleten schießen aus freihändiger Position.
  3. Blasrohr: Athleten schießen aus der freihändigen Position mit dem Blasrohr, wobei sie die Geschosse präzise auf die Zielscheiben abfeuern.
  4. Sportpistole: Aus freihändiger Position schießen die Athleten.
  5. Kleinkaliber-Gewehr: In dieser Disziplin müssen die Athleten in einer bestimmten Zeit eine Reihe von Schüssen abgeben.

Regeln und Klassifikation

Menschen mit körperlichen Einschränkungen (ab GDB 20%) sollten sich vor einer Wettkampflaufbahn klassifizieren lassen. Dies erfolgt durch einen besonders geschulten Arzt oder Physiotherapeuten, der allein durch physische Begutachtung eine Wettkampfklasse ermittelt und gegebenenfalls die Notwendigkeit bestimmter Hilfsmittel feststellt. Diese Klassifizierung wird im Hilfsmittelausweis des Deutschen Schützenbundes dokumentiert und hat eine Gültigkeit von 10 Jahren nach Ausstellung.

  • SH1: Luftgewehr 10m, Luftpistole 10m, KK-Gewehr 50m, Sportpistole 25m
  • SH2: Luftgewehr 10m, KK-Gewehr 50m
  • SH3 Sehbehinderte/Blinde: Luftgewehr 10m mit elektronischer Zielhilfe
  • AB national: Luftgewehr, Luftpistole und weitere

Wettbewerbe und Veranstaltungen

Es gibt regelmäßige nationale und internationale Wettbewerbe im Parasport, darunter die Paralympics, die alle vier Jahre stattfinden und die besten Athleten der Welt zusammenbringen.

Unterstützung und Entwicklung

Verschiedene Organisationen und Verbände, wie der Deutsche Schützenbund (DSB), fördern den para-sportlichen Bereich aktiv, bieten Schulungen an und organisieren Veranstaltungen. Um Interesse und Teilnahme zu fördern, setzen sie auf Schnupperkurse und spezielle Trainingsangebote.

Für weitere Informationen oder um mehr über lokale Vereine und Trainingsmöglichkeiten zu erfahren, kann die Website des DSB oder spezifische Para-Sport-Organisationen besucht werden.

Parasport & Inklusion

  • NSB – Inklusionsportal

Para-Sportschießen

https://parasport.de/sportarten/para-sportschiessen

Para Sportschießen gehört seit 1976 zum paralympischen Wettkampfprogramm und kann mit allen körperlichen Behinderungsarten ausgeübt werden. Die paralympischen Schießwettbewerbe werden mit Luftdruck- und Kleinkalibersportwaffen absolviert. Von den derzeit 13 paralympischen Disziplinen, die nur im Einzel ausgetragen werden, treten Herren und Damen in sieben Disziplinen gemischt an, jeweils drei Wettkämpfe sind speziell für Herren bzw. Damen vorgesehen. Die jeweiligen Disziplinen unterscheiden sich nach Sportwaffe, Distanz, Schussanzahl und Zeitlimit.

Das Klassifizierungssystem macht es möglich, dass sich Athleten*innen mit unterschiedlichen Behinderungen in einem gemeinsamen Wettkampf vergleichen. Getrennt wird dabei in drei paralympische Hauptklassen: In der Klasse Pistole SH1 messen sich Schütz*innen mit Beeinträchtigungen der Arme und der Beine, wobei die Pistole selbst in der Hand gehalten werden kann. In der Klasse Gewehr SH1 starten Sportler*innen, die Beeinträchtigungen an den Beinen haben und das Gewehr in beiden Händen halten müssen. Daneben gibt es die Wettkampfklasse Gewehr SH2, in der Schütz*innen antreten, die das Gewehr nicht selbst halten können und deshalb einen Gewehrauflageständer verwenden. In allen Klassen nehmen die Sportler*innen entweder sitzend oder stehend teil.

Die Sportler*innen schießen auf eine Scheibe, die aus zehn konzentrischen Ringen besteht. Ein Treffer in der Mitte der Scheibe bedeutet zehn Ringe. Für jeden weiteren äußeren Ring gibt es absteigend einen Ring weniger. In sieben paralympischen Gewehrdisziplinen mit hoher Leistungsdichte und im Finale ist die Scheibe in noch mehr Ringe unterteilt, sodass die höchste Ringzahl 10,9 Ringe beträgt. Auf diese Weise sollen Gleichstände nach Möglichkeit vermieden werden. Die Finals mit immer acht Sportler*innen beginnen wieder bei null. Es gewinnt der*die Sportler*in, der*die am Ende des Wettkampfes die meisten Ringe erzielt hat.

Durch die verschiedenen Hilfsmittel kann Para Sportschießen über die paralympische Variante hinaus auch von Menschen mit anderen Behinderungsarten ausgeübt werden. Es kann liegend, sitzend oder stehend geschossen werden und die Waffe kann auf einem Ständer stabilisiert werden. Auch für Menschen mit einer Sehbehinderung ist der Sport dank akustischer Signale möglich. Einen Überblick über die Möglichkeiten bietet das Handbuch Behindertensport. Das Handbuch soll aufzeigen, wie verschiedene Sportarten von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ausgeübt werden können und welche Anpassungen bzw. praktischen Hilfsmittel dafür benötigt werden. Hier gibt es alle Informationen zu Para Sportschießen im Handbuch Behindertensport.

https://sgi-reutlingen.de/schiesssport-mit-behinderung

Schießsport mit Behinderung

Im Rollstuhl bzw. von Personen mit Behinderungen:

Das Sportschießen im Rollstuhl bzw. von Behinderten ist seit 1976 paralympische Sportart und erfordert von den Athleten ein hohes Maß an Konzentration, Körperbeherrschung und Zeitgefühl. Die Sportler müssen in der Lage sein, die Waffe selbst und sicher zu handhaben. Das Sportschießen wird nach den Regeln des Internationalen Schießsport-Verbandes (ISSF) ausgeübt.

Geschossen wird in zwei Klassen: Stehend und Rollstuhl. Es gibt zwölf Schießwettbewerbe, von denen sechs sowohl für Frauen als auch für Männer offen sind. Zusätzlich gibt es je drei Konkurrenzen für Frauen und Männer. Geschossen wird mit Luftpistole, Luftgewehr, Sportgewehr und Sportpistole auf Distanzen von 10, 25 und 50 Metern.

Das Schießen im Rollstuhl ist auch bei der Schützengilde Reutlingen möglich.

Klassifizierung und Regelwerk

Das Sportschießen ist für alle körperlich Behinderten offen. Das Klassifizierungssystem macht es möglich, dass sich Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen in einem gemeinsamen Wettkampf vergleichen. Getrennt werden diese lediglich in zwei Klassen:

  • SH 1: Wettkampfteilnehmer, die keinen Gewehrauflageständer benötigen
  • SH 2: Wettkampfteilnehmer, die einen Gewehrauflageständer benötigen

Insgesamt werden zwölf Wettbewerbe im Sportschießen ausgetragen. Sechs davon werden von beiden Geschlechtern gemischt ausgeübt, drei sind nur für Männer und drei nur für Frauen. Stehende Wettbewerbe können von Rollstuhl-Athleten sitzend bestritten werden.

  • Luftgewehr stehend (SH 1 – Männer), 60 Schuss, 10 Meter Distanz
  • Luftgewehr stehend (SH 1 – Frauen), 40 Schuss, 10 Meter Distanz
  • Luftgewehr liegend (SH 1 – gemischt), 60 Schuss, 10 Meter Distanz
  • English Match – Kleinkaliber-Liegendanschlag (SH 1 – gemischt), 60 Schuss, 50 Meter Distanz
  • Freigewehr – Kleinkaliber-Dreistellung (SH 1 – Männer), 3 mal 40 Schuss liegend – stehend – kniend, 50 Meter Distanz
  • Sportgewehr – Kleinkaliber-Dreistellung (SH 1 – Frauen), 3 mal 20 Schuss liegend – stehend – kniend, 50 Meter Distanz
  • Luftgewehr stehend (SH 2 – gemischt), 60 Schuss, 10 Meter Distanz
  • Luftgewehr liegend (SH 2 – gemischt), 60 Schuss, 10 Meter Distanz
  • Luftpistole (SH 1 – Männer), 60 Schuss, 10 Meter Distanz
  • Luftpistole (SH 1 – Frauen), 40 Schuss, 10 Meter Distanz
  • Freie Pistole (SH 1 – gemischt), 60 Schuss, 50 Meter Distanz
  • Sportpistole (SH 1 – gemischt), 60 Schuss, 25 Meter Distanz

Den beiden Startklassen werden durch funktionelle Tests weiter unterteilt. Je nach Behinderung der Wettkämpfer sind verschiedene Sitzpositionen und Rückenlehnenhöhen bzw. Sitzneigungswinkel erlaubt:

SH1 A, SH2 A stehende oder sitzende Wettkämpfer ohne Rückenlehnen
SH1 B, SH2 B sitzende Wettkämpfer, gute Rumpffunktion
SH1 C, SH2 C sitzende Wettkämpfer, schlechte Rumpffunktion
SH1 D, SH2 D sitzende Wettkämpfer, fehlende Rumpffunktion

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